Gesichter & Geschichten – 10 Jahre DIALOG: Alia & Inge erzählen

Sprache verbindet – und kaum jemand lebt diesen Gedanken so authentisch wie Alia und Inge. Zwei Trainerinnen, zwei Wege, zwei Persönlichkeiten, die doch eines teilen: die Freude daran, Menschen auf ihrem sprachlichen und persönlichen Weg zu begleiten.

Alia bringt eine Offenheit mit, die sofort spürbar ist. Ihr Blick auf Sprache als Brücke zwischen Kulturen prägt ihren Unterricht ebenso wie ihre Empathie und ihr Humor. Wer mit ihr lernt, erlebt, wie aus einer Gruppe eine kleine Gemeinschaft werden kann – getragen von Vertrauen, Mut und vielen Gesprächen.

Inge wiederum steht für Ruhe, Klarheit und die besondere Fähigkeit, selbst komplexe Grammatik zugänglich zu machen. Mit Wiener Schmäh, einem neugierigen Blick auf die Welt und der festen Überzeugung, dass Sprachen Menschen zusammenbringen, schafft sie Räume, in denen Lernen ohne Druck möglich ist – aber mit viel Lachen und „Aha!“-Momenten.

Gemeinsam zeigen die beiden, wie vielfältig, kraftvoll und menschlich Sprachunterricht sein kann. Ihr Zugang, ihre Geschichten und ihre Liebe zu Begegnungen machen sie zu wichtigen Stimmen bei DIALOG – und zu zwei Trainerinnen, die nicht nur Wissen vermitteln, sondern Wege öffnen.

Willst du auch eine neue Sprache lernen? Finde hier heraus, wie Inges & Alias Kursteilnehmer:innen vom Deutschkurs-Angebot in unserer Sprachschule profitiert haben. Los geht’s!

Zur Person & Motivation

DIALOG: Wer seid ihr & wie seid ihr zu DIALOG gekommen?

ALIA: Ich heiße Alia und komme ursprünglich aus Syrien. Schon während meines Studiums habe ich gemerkt, wie viel Freude mir der Austausch mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturen bereitet.

Über das Internet habe ich von DIALOG erfahren – mir gefiel sofort die offene und herzliche Atmosphäre der Sprachschule. Nach einem ersten Gespräch war mir klar: Hier möchte ich Teil des Teams sein!

INGE: Ich bin Inge, habe an der Wirtschaftsuni Wien mein Studium beendet, aber nach einiger Zeit bemerkt, dass das nicht so richtig zu mir passt. Also: neuer Bildungsweg, neuer Lebensabschnitt, neuer Job – und bei DIALOG passt alles!

DIALOG: Warum unterrichtet ihr Deutsch – was motiviert euch dabei?

ALIA: Ich unterrichte Deutsch, weil ich Sprache als Brücke zwischen Menschen sehe. Es ist unglaublich bereichernd, Lernende auf ihrem Weg zu begleiten – zu sehen, wie sie immer selbstsicherer werden, sich ausdrücken und Teil des Lebens hier werden. Jeder kleine Lernerfolg motiviert mich aufs Neue.

INGE: Ich möchte jenen Leuten helfen, die ihr Bestes geben wollen, um hier in Wien und Österreich leben und arbeiten zu können und somit unsere Gesellschaft bereichern und ihr etwas zurückgeben.

DIALOG: Was bedeutet Sprache für euch persönlich?

ALIA: Für mich ist Sprache mehr als nur Kommunikation – sie ist Ausdruck von Identität, Kultur und Emotion. Durch Sprache öffnen wir Türen zu anderen Welten, Denkweisen und Menschen. Sie verbindet uns und hilft, Unterschiede zu verstehen und Gemeinsamkeiten zu entdecken.

INGE: Kontakt zwischen Menschen mit all seinen guten Seiten, aber auch Missverständnissen. Aber gerade durch diese kommen wir weiter.

DIALOG: Gibt es ein Erlebnis oder einen Moment, an das/den ihr euch besonders gern erinnert?

ALIA: Ich erinnere mich besonders gern an eine Gruppe, die ich über acht Monate hinweg begleiten durfte. In dieser Zeit sind wir gemeinsam durch Höhen und Tiefen gegangen – vom anfänglichen Zögern beim Sprechen bis hin zu lebhaften Diskussionen über Alltagsthemen. Zu sehen, wie die Teilnehmer:innen über die Monate hinweg immer sicherer und selbstbewusster wurden, war für mich unglaublich bereichernd. Am Ende hatten wir das Gefühl, nicht nur eine Lerngruppe, sondern eine kleine Gemeinschaft geworden zu sein.

INGE: Als eine Teilnehmerin mir sagte, ich solle doch ein Grammatikbuch veröffentlichen, weil sie bei mir die doch nicht so einfachen Regeln der deutschen Sprache so gut verstanden hat.

Alltag & Erfahrungen im Unterricht

DIALOG: Was ist euch im Unterricht besonders wichtig?

ALIA: Mir ist wichtig, dass sich alle wohlfühlen und die Gruppendynamik passt. Ebenso ist es wichtig keine Angst vor Fehlern zu haben. Lernen darf Spaß machen – mit Humor, Geduld und echtem Interesse aneinander.

INGE: Dass die Teilnehmer:innen keinen Druck verspüren.

DIALOG: Was war euer schönster oder lustigster Moment mit Kursteilnehmer:innen?

ALIA: Ein besonders schöner Moment war, als meine Gruppe mir am letzten Kurstag eine kleine Überraschung gemacht hat. Wir hatten acht Monate zusammen gelernt, gelacht und auch manchmal gekämpft – und am Ende standen da liebe Worte und ganz viel Herzlichkeit. Das hat mich wirklich berührt.

INGE: Die vielen Redewendungen im Wienerischen rund um das Thema Tod („im Holzpyjama liegen“, „mit dem 71er fahren“, „d´Erdäpfel von unten anschaun“ …) bringen die Leute immer zum Lachen.

DIALOG: Welche Sprache(n) sprecht ihr selbst und hilft euch das beim Unterrichten?

ALIA: Ich spreche Arabisch und Deutsch – ich bin zweisprachig aufgewachsen. Auch wenn ich Deutsch von Anfang an konnte, weiß ich, wie es sich anfühlt, zwischen zwei Sprachen und Kulturen zu leben. Das hilft mir, meine Teilnehmer:innen gut zu verstehen und sie auf ihrem Weg mit viel Empathie zu unterstützen.

INGE: Ja, Englisch hilft, aber sollte so wenig wie möglich gebraucht werden. Für die Sprachen mit lateinischen Wurzeln (Italienisch, Spanisch etc.) hat das Horrorfach Latein aus meiner Gymnasialzeit endlich Sinn bekommen.

DIALOG: Gibt es einen Satz, den ihr im Kurs bestimmt schon 1000-mal gesagt habt?

ALIA: Ja, auf jeden Fall: „Nicht ich treffe mit meinen Freunden, sondern ich treffe mich mit meinen Freunden, oder ich treffe meine Freunde.“ Das ist ein Klassiker!

INGE: „Das konjugierte Verb steht immer an Position 2.“!

Zwischen Kulturen

DIALOG: Was hast du durch deine Arbeit über andere Kulturen gelernt?

ALIA: Ich habe gelernt, wie unterschiedlich Menschen denken, leben und lernen – und dass es dabei keine „richtige“ oder „falsche“ Art gibt. Jede Kultur bringt ihre eigene Perspektive und Lebendigkeit in den Unterricht, und genau das macht die Arbeit so spannend und bereichernd.

DIALOG: Was hast du von deinen Kursteilnehmer:innen gelernt?

ALIA: Von meinen Teilnehmer:innen habe ich vor allem Geduld, Ausdauer und Offenheit gelernt. Ich sehe immer wieder, wie motiviert sie sind, neue Herausforderungen anzunehmen – das inspiriert mich, selbst neugierig und flexibel zu bleiben.

Persönlich & nahbar

DIALOG: Was bedeutet DIALOG für euch?

ALIA: DIALOG bedeutet für mich mehr als eine Sprachschule – es ist ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, lernen und sich verstanden fühlen. Hier kann ich meine Leidenschaft für Sprachen und den Austausch mit Menschen aus aller Welt leben.

INGE: Vielfalt, Buntheit, Abwechslung.

DIALOG: Was macht ihr, wenn ihr gerade keine Grammatik erklärt?

ALIA: Dann unterhalte ich mich gern mit meinen Teilnehmer:innen und beantworte Fragen zum Alltag.

INGE: Ich lese meine Krimis und freue mich auf die nächsten Konzerte, die ich besuchen werde.

DIALOG: Gibt es etwas, das euch nach all den Jahren immer noch überrascht?

ALIA: Es überrascht mich immer wieder, wie kreativ und einfallsreich Teilnehmer:innen beim Deutschlernen sind. Trotz unterschiedlicher Hintergründe finden sie immer neue Wege, sich auszudrücken.

INGE: Dass ich als Vorarlbergerin den Teilnehmer:innen typische Wiener Ausdrücke beibringe – „Heast, Oida“!, – „Bist du deppert!“ „Des is urgeil!“

DIALOG: Was wünscht ihr DIALOG für die Zukunft?

ALIA: Ich wünsche DIALOG, dass es weiterhin ein Ort bleibt, an dem Menschen sich wohlfühlen, Neues ausprobieren und voneinander lernen – und dass die Schule noch viele Jahre Freude und Inspiration bringen kann.

INGE: Dass es genauso bleibt, wie es ist.

Hier bekommst du einen Einblick in unser Zusatzmaterial: Lernmaterial für A2

Februar 2026