Wie versprochen findet ihr hier nun auch die Antworten auf eure Fragen in schriftlicher Form 😊.
Es geht um Modalpartikel, Verben mit Präpositionen, Schachtelsätze und Gewohnheiten.

Was ist der Unterschied zwischen etwas gewohnt sein und sich an etwas gewöhnen?

  • Etwas gewohnt sein, ist ein Zustand. Ich bin es gewohnt, früh aufzustehen, heißt es ist mir vertraut und für mich alltäglich oder „normal“.
  • Sich an etwas gewöhnen ist der Vorgang, sprich die Aktion vor dem Zustand. Ich mache etwas oft oder beschäftige mich viel damit, BEVOR es mir vertraut ist, also ein Prozess.

Beispiel:
Vor drei Jahren als ich in Österreich ankam, musste ich mich erst an die kalten Winter gewöhnen (Vorgang).
Heute bin ich die Kälte gewohnt (Zustand).

Was sind Modalpartikel?

  • Eine modale Information antwortet auf die Frage „Wie?“.
  • Der/die/das Partikel ist ein unflektierbares Wort = es bleibt immer gleich nicht so wie z.B. Verben oder Adjektive.
  • Modalpartikel sind meistens sehr kurze Wörter – so wie in der Physik (sehr kleiner Teil).

Zusammengefasst: Ein Modalpartikel ist ein kurzes Wort, das immer gleich bleibt und auf die Frage „Wie“? antwortet.
Modalpartikel ändern nichts am Inhalt des Satzes, sie zeigen wie die Person, die spricht, über das Gesagte denkt.

Beispiele:
Was ist denn hier passiert? (denn = Überraschung)
Das ist eben so. (eben = Resignation)
Mach ja nicht das Fenster auf! (ja = Warnung)

Wie kann ich die Bedeutung der Modalpartikel wissen?

  • Weil die Modalpartikel in vielen verschiedenen Situationen verwendet werden, muss man die Bedeutung aus dem Kontext verstehen.
  • Jedes Modalpartikel hat verschiedene Bedeutungen. Es gibt Listen zu den möglichen Bedeutungen in z.B. Grammatikbüchern oder im Internet.

Brauche ich sie? Wann verwende ich sie?

Nein, du brauchst sie im Normalfall nicht. Ihre Verwendung ist relativ schwierig beim Erlernen von Deutsch und wird va. durch regelmäßigen Gebrauch trainiert. Ihr hört diese Wörter aber oft, vor allem in der gesprochenen Sprache, deshalb ist es sehr wichtig sie zumindest zu verstehen.

Generell werden sie verwendet, um zu zeigen, wie ihr über eine Aussage denkt. Das jedoch auch nur in der gesprochenen Sprache, nicht beim Schreiben.

Der ausführliche #Blog inklusive Liste aller Modalpartikel, den wir euch zu diesem Thema schreiben werden, gibt euch dann noch genauere Informationen und ist im Jänner hier zu finden. Wir hoffen, dass euch diese Antworten aber schon mal eine gute Idee gegeben haben!

Gibt es Tipps zum Lernen der Verben mit Präpositionen?

Na klar, die gibt es. Jede Präposition hat eine spezifische Bedeutung, z.B. auf + AKK nach Verben kann zwei Dinge bedeuten: Fokus oder Zukunft.

Beispiele:
Ich konzentriere mich auf die Hausübung (Fokus).
Ich freue mich auf den Urlaub (Zukunft).

 

Alle Präpositionen haben eine oder mehrere Bedeutungen. Die wichtigsten Verben mit Präpositionen findet ihr bereits hier, gerne erstellen wir aber auch einen mit den Bedeutungen der Präpositionen. Ab Anfang Februar stellen wir euch hier auch einen #Blog zu den Bedeutungen der Präpositionen online.

Sidenote: Für die Bedeutungen der Präfixe bei den trennbaren Verben gibt es bereits einen #Blog, die sind auch sehr interessant (aber Achtung: Die Bedeutungen sind nicht gleich zu denen der Präpositionen).

Wie übe ich am besten lange, verschachtelte Sätze zu sprechen und dabei nichts zu vergessen?

Hier ist vor allem wichtig, darauf zu achten, dass ihr die Sätze gut verbindet mit Konnektoren, Konjunktionen und Formen wie z.B. Relativsätzen oder um…zu.

Zum Trainieren gibt es mehrere Möglichkeiten:

Damit ihr einen effizienten Fortschritt macht, empfehlen wir bei allen Optionen: Nehmt euch auf! Das geht ganz leicht mit dem Smartphone. . Dann könnt ihr später hören, was ihr gesagt habt und könnt so genau analysieren, was eure Schwachpunkte sind.

  1. Ihr hört einen Text/schaut ein Video, macht Notizen und gebt die erhaltenen Informationen wieder.
  2. Ihr sucht ein Thema/eine Frage aus, denkt kurz darüber nach, was ihr sagen wollt und macht eine Spontanpräsentation. (Ihr könnt mit kurzen Sätzen starten und dann die kurze Version verschachteln, Fortgeschrittene können gleich verschachteln.)
  3. Jede andere Art von mündlicher Textproduktion mit dem gleichen Schema.

Oft ist es auch sinnvoll, schriftlich zu starten und dann erst ins Mündliche zu gehen. Hier kann man z.B. einfache Nachrichten nehmen und sie in lange Schachtelsätze umwandeln.

Wenn ihr noch Fragen habt, schreib uns gerne auf Facebook oder an office@dialog-wien.at. Alle kommenden Blogs werden natürlich wie gewohnt auf Facebook angekündigt. 😊