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Das Mädchen mit den Schwefelhölzern von Hans Christian Andersen

Es war ganz grausam kalt; es schneite und es begann, dunkler Abend zu werden; es war auch der letzte Abend im Jahr (in dem Jahr – Dativ für die Frage “Wann?” | in + Jahr |aber !: Ich mache 2020 einen Kurs. | keine Präposition für die Jahreszahl.), Silvesterabend. In dieser Kälte und in diesem Dunkel ging auf der Straße (Dativ für die Frage “Wo?” | auf + Straße (Position) | aber!: Ich wohne in der Esterhazystraße. | Regel: Straße generell = auf, konkrete Straße mit Namen = in) ein kleines, armes Mädchen mit bloßem Kopf und nackten Füßen. Ja, sie hatte ja freilich Pantoffeln angehabt, als sie von zu Hause (zu Hause hat keinen Artikel, hier handelt es sich um Dativ für die Frage “Woher?” | zu Hause ist eine Ausnahme: Wo bist du? Ich bin zu Hause. Wohin gehst du? Ich gehe nach Hause. Woher kommst du? Ich komme von zu Hause.) wegging, aber was konnte das helfen! Es waren sehr große Pantoffeln, ihre Mutter hatte sie zuletzt benutzt, so groß waren sie, und die verlor die Kleine, als sie über die Straße eilte, weil zwei Wagen so schrecklich schnell vorbeifuhren. Der eine Pantoffel war nicht zu finden, und mit dem andern lief ein Junge davon; er sagte, dass er ihn als Wiege benutzen könne, wenn er selbst Kinder bekomme.

Da ging nun das kleine Mädchen auf den kleinen, nackten Füßen (Dativ für die Frage “Wo?” | Position | Ich gehe auf meinen Füßen. | aber!: Ich gehe zu Fuß, wenn ich sagen möchte, das ist mein “Transportmittel”.), die rot und blau vor Kälte (kein Artikel, Emotionen bzw. was wir fühlen ist meist mit Nullartikel | vor + Emotion | z.B. auch vor Wut, vor Angst etc. | aber:! aus Angst (intentional, es gibt einen Grund), vor Angst (nicht intentional)) waren; in einer alten Schürze trug sie eine Menge Schwefelhölzer, und mit einem Bund in der Hand (Dativ für “Wo?” | Position | Ich halte einen Stift in der Hand. Ein Schmetterling sitzt auf meiner Hand.)  ging sie dahin. Keiner hatte ihr während des ganzen Tages etwas abgekauft, keiner ihr einen kleinen Schilling gegeben; hungrig und verfroren ging sie dahin und sah so verschüchtert aus, das arme kleine Wurm! Die Schneeflocken fielen auf/in ihre/die  langen, blonden Haare (Akkusativ für “Wohin?” | Position, auf und in möglich) , die sich so schön um den Nacken lockten; – aber an die Pracht (fixe Präposition | denken an + Akkusativ) dachte sie freilich nicht. Aus allen Fenstern leuchteten Lichter, und dann roch es da in der Straße so herrlich nach (dem) Gänsebraten (fixe Präposition | riechen nach + Dativ | meist mit Nullartikel); es war ja Neujahrsabend, – ja, daran dachte sie.

Hinten in einer/der Ecke (Dativ für “Wo?” |in für Ecke, aber!: Das Haus ist an der Ecke der Mariahilfer Straße und der Esterhazygasse. Die Positioin entscheidet hier.) zwischen zwei Häusern, das eine sprang ein wenig mehr in die Straße vor als das andere, da setzte sie sich hin und kauerte sich zusammen. Die kleinen Beine hatte sie hinaufgezogen unter sich, aber sie fror noch mehr und heimgehen durfte sie nicht, sie hatte ja keine Schwefelhölzer verkauft, keinen einzigen Schilling bekommen, ihr Vater würde sie schlagen. Und kalt war es auch daheim, sie hatten nur grade das Dach über sich, und da pfiff der Wind herein, obschon Stroh und Lumpen in die größten Spalten (Akkusativ für “Wohin?” | In, weil das Stroh wirklich drinnen in den Spalten ist wie z.B. Das Wasser ist im Glas.) gestopft waren. Ihre kleinen Hände waren beinahe ganz tot vor Kälte. Ach, ein kleines Schwefelholz konnte gut tun! Hätte sie nur gewagt, eines aus dem Bund zu ziehen, es an der Wand (Dativ für “Wo?” | Kontakt = an | z.B. Ich sitze am Computer/am Tisch.) anzustreichen und die Finger daran zu wärmen! Sie zog eines heraus. „Ritsch!“ wie das sprühte, wie es brannte! Es war eine warme klare Flamme wie eine kleine Kerze, als sie die Hand darum hielt; es war ein wunderbares Licht! Dem kleinen Mädchen schien es, als säße sie vor/an einem großen Eisenofen (Dativ für “Wo?” | Position | unbestimmter Artikel, weil es kein bestimmter Ofen ist) mit blanken Messingkugeln und Messingtrommel; das Feuer brannte so herrlich, wärmte so gut; nein, was war das! – Die Kleine streckte schon die Füße aus, um auch diese zu wärmen, – da erlosch die Flamme. Der Ofen verschwand, sie saß mit einem kleinen Stumpf eines abgebrannten Schwefelholzes in der Hand.

Ein neues wurde angesteckt, es brannte, es leuchtete, und wie der Schein auf die Mauer fiel, wurde sie durchsichtig wie ein Schleier; sie sah ganz bis in die Stube (Akkusativ für “Wohin?” | in etwas schauen | z.B. Ich schaue ins Schaufenster. | aber!: Ich schaue auf den Bildschirm.) hinein, wo der Tisch mit einem schimmernden weißen Tuch gedeckt stand mit seinem Porzellan, und herrlich dampfte die gebratene Gans, die mit (den) Pflaumen und Äpfeln gefüllt (fixe Präposition | füllen mit + Dativ | hier mit unbestimmtem Artikel besser) war; und was noch prächtiger war, die Gans sprang vom Teller (Dativ für “Woher?” | Wo + Wohin sind auf, daher ist Woher von), wackelte über den Boden mit Gabel und Messer im Rücken (Dativ für “Wo?” | Position | Das Messer steckt im Rücken. – Aua!) , ganz hin zu dem armen Mädchen kam sie; da erlosch das Schwefelholz, und es war nur die dicke, kalte Mauer zu sehen.

Sie zündete ein neues an. Da saß sie unter dem herrlichsten Weihnachtsbaum, der war noch größer und noch mehr geputzt als der, den sie am letzten Weihnachtsabend (Dativ für “Wann?” | am Morgen/in der Früh, zu Mittag, am Nachmittag, am Abend, in der Nacht, um Mitternacht) durch die Glastüre beim reichen Kaufmann (Dativ für “Wo?” | bei + Personen/Firmen (ohne Artikel) und Aktivitäten | Wo bist du? z.B.:bei Peter, bei DIALOG, bei der Zahnärztin, beim Sport) gesehen hatte. Tausend Lichter brannten an den grünen Zweigen, und bunte Bilder wie die, die die Ladenfenster schmückten, sahen auf sie herab. Die Kleine streckte beide Hände hoch, – da erlosch das Schwefelholz. Die vielen Weihnachtslichter stiegen höher und höher, sie sah, es waren nur die klaren Sterne, einer von ihnen fiel und bildete einen langen Feuerstreifen am Himmel (Dativ für “Wo?” | an + Himmel (Kontakt) | auch!: an + Wasser | z.B. am Donaukanal, am Meer etc.).

„Nun stirbt da jemand!“ sagte die Kleine, denn die alte Großmutter, die die Einzige war, die gut zu ihr gewesen, aber jetzt tot war, hatte gesagt: Wenn ein Stern fällt, steigt eine Seele empor zu Gott (Frage “Wohin?”| zu ist eine Ausnahme und immer mit Dativ! | zu für Personen, Firmen und Aktivitäten |Wohin gehst du? z.B.: zu Petra, zu DIALOG, zum Zahnarzt, zum Sport) | Hinweis: Namen haben keinen Artikel)!

Sie strich wieder ein Schwefelholz an die Mauer, es leuchtete im Umkreis, und in dem Glanz stand die alte Großmutter, so hell, so leuchtend, so mild und gesegnet.

„Großmutter!“ rief die Kleine, „oh, nimm mich mit! Ich weiß, du bist fort, wenn das Schwefelholz ausgeht, fort, wie der warme Ofen, der herrliche Gänsebraten und der große, prachtvolle Weihnachtsbaum!“ – Und sie strich in Eile den ganzen Rest Schwefelhölzer an, die im Bund waren, sie wollte die Großmutter recht festhalten; und die Schwefelhölzer leuchteten mit einem solchen Glanz, daß es heller war als am lichten Tag (Dativ für “Wann?” | an + Tag | auch: am Montag, am Wochenende, an meinem Geburtstag | aber!: Ich gratuliere dir zum Geburtstag – zu für Feste z.B. zu Weihnachten, zu Jom Kippur, zum Opferfest etc.). Großmutter war früher niemals so schön gewesen, so groß; sie hob das kleine Mädchen auf ihren Arm, und sie flogen in Glanz und Freude so hoch, so hoch! Und da war keine Kälte, kein Hunger, keine Angst – sie waren bei Gott!

Aber in der Ecke beim Hause saß in der kalten Morgenstunde (Dativ für “Wann?” | in für Stunde | auch: Ich komme in zwei Stunden/Minuten/Tagen.)  das kleine Mädchen mit roten Wangen, mit einem Lächeln um den Mund – tot, erfroren am letzten Abend des alten Jahres. Der Neujahrsmorgen ging auf über der kleinen Leiche, die mit Schwefelhölzern dasaß, von denen ein Bund fast abgebrannt war. Sie hat sich wärmen wollen, sagte man; niemand wußte, was sie Schönes gesehen, in welchem Glanz sie mit der alten Großmutter zur Neujahrsfreude eingegangen war!