Viele von euch möchten gerne mehr über Präpositionen wissen – hier findet ihr eine der Lieblingswintergeschichten von DIALOG. Seid gewarnt, die Geschichte ist sehr schön, aber auch sehr traurig!

In den Lücken (______) sollt ihr die fehlenden Präpositionen ergänzen. Die Präpositionen sind vor allem lokal (Ort) und temporal (Zeit) und ihr findet auch Präpositionen, die zu Verben gehören. Vergesst nicht, auch den korrekten Artikel im Dativ oder Akkusativ zu ergänzen.

Wörter die mit einem Sternchen (*) gekennzeichnet sind, werden am Ende des Textes erklärt.

In ein paar Tagen findet ihr die Lösungen inklusive Erklärungen und Tipps im nächsten Blog – frohes Werken 🙂

 

Das Mädchen mit den Schwefelhölzern von Hans Christian Andersen

Es war ganz grausam kalt; es schneite und es begann, dunkler Abend zu werden; es war auch der letzte Abend _______ Jahr (das), Silvesterabend*. In dieser Kälte und in diesem Dunkel ging _______ Straße (die) ein kleines, armes Mädchen mit bloßem* Kopf und nackten Füßen. Ja, sie hatte ja freilich* Pantoffeln* angehabt, als sie _______ zu Hause (kein Artikel) wegging, aber was konnte das helfen! Es waren sehr große Pantoffeln, ihre Mutter hatte sie zuletzt benutzt, so groß waren sie, und die verlor die Kleine, als sie über die Straße eilte, weil zwei Wagen so schrecklich schnell vorbeifuhren. Der eine Pantoffel war nicht zu finden, und mit dem andern lief ein Junge davon; er sagte, dass er ihn als Wiege* benutzen könne, wenn er selbst Kinder bekomme.

Da ging nun das kleine Mädchen ______ kleinen, nackten Füßen (die, Plural), die rot und blau ______ Kälte (die) waren; in einer alten Schürze* trug sie eine Menge Schwefelhölzer* und mit einem Bund ______ Hand (die) ging sie dahin. Keiner hatte ihr während des ganzen Tages etwas abgekauft, keiner ihr einen kleinen Schilling* gegeben; hungrig und verfroren ging sie dahin und sah so verschüchtert* aus, der arme kleine Wurm! Die Schneeflocken fielen ______ langen, blonden Haare (die, Plural), die sich so schön um den Nacken lockten; – aber ______ Pracht* (die) dachte sie freilich nicht. Aus allen Fenstern leuchteten Lichter und dann roch es da in der Straße so herrlich ______ Gänsebraten (der); es war ja Neujahrsabend, – ja, daran dachte sie.

Hinten ______ Ecke (die) zwischen zwei Häusern, das eine sprang ein wenig mehr in die Straße vor als das andere, da setzte sie sich hin und kauerte sich zusammen*. Die kleinen Beine hatte sie hinaufgezogen unter sich, aber sie fror* noch mehr und heimgehen durfte sie nicht, sie hatte ja keine Schwefelhölzer verkauft, keinen einzigen Schilling bekommen, ihr Vater würde sie schlagen. Und kalt war es auch daheim, sie hatten nur gerade das Dach über sich, und da pfiff der Wind herein, obschon Stroh und Lumpen ______ größten Spalten* (die, Plural) gestopft waren. Ihre kleinen Hände waren beinahe ganz tot vor Kälte. Ach, ein kleines Schwefelholz konnte gut tun! Hätte sie nur gewagt, eines aus dem Bund zu ziehen, es ______ Wand (die) anzustreichen und die Finger daran zu wärmen! Sie zog eines heraus. „Ritsch!“ wie das sprühte, wie es brannte! Es war eine warme klare Flamme wie eine kleine Kerze, als sie die Hand darum hielt; es war ein wunderbares Licht! Dem kleinen Mädchen schien es, als säße sie ______ großen Eisenofen (der) mit blanken Messingkugeln und Messingtrommel; das Feuer brannte so herrlich, wärmte so gut; nein, was war das! – Die Kleine streckte schon die Füße aus*, um auch diese zu wärmen, – da erlosch* die Flamme. Der Ofen verschwand, sie saß mit einem kleinen Stumpf eines abgebrannten Schwefelholzes in der Hand.

Ein neues wurde angesteckt, es brannte, es leuchtete, und wie der Schein auf die Mauer fiel, wurde sie durchsichtig wie ein Schleier; sie sah ganz bis _______ Stube (die) hinein, wo der Tisch mit einem schimmernden weißen Tuch gedeckt stand mit seinem Porzellan, und herrlich dampfte* die gebratene Gans, die _______ Pflaumen und Äpfeln (die, Plural) gefüllt war; und was noch prächtiger war, die Gans sprang ______ Teller (der), wackelte* über den Boden mit Gabel und Messer _______ Rücken (der), ganz hin zu dem armen Mädchen kam sie; da erlosch das Schwefelholz, und es war nur die dicke, kalte Mauer zu sehen.

Sie zündete ein neues an*. Da saß sie unter dem herrlichsten Weihnachtsbaum, der war noch größer und noch mehr geputzt als der, den sie _______ letzten Weihnachtsabend (der) durch die Glastüre _______ reichen Kaufmann (der) gesehen hatte. Tausend Lichter brannten an den grünen Zweigen*, und bunte Bilder wie die, die die Ladenfenster schmückten, sahen auf sie herab. Die Kleine streckte beide Hände hoch, – da erlosch das Schwefelholz. Die vielen Weihnachtslichter stiegen höher und höher, sie sah, es waren nur die klaren Sterne, einer von ihnen fiel und bildete einen langen Feuerstreifen _______ Himmel (der).

„Nun stirbt da jemand!“ sagte die Kleine, denn die alte Großmutter, die die Einzige war, die gut zu ihr gewesen, aber jetzt tot war, hatte gesagt: Wenn ein Stern fällt, steigt eine Seele* empor* ______ Gott (“Name”, kein Artikel)!

Sie strich wieder ein Schwefelholz an die Mauer, es leuchtete im Umkreis, und in dem Glanz stand die alte Großmutter, so hell, so leuchtend, so mild und gesegnet.

„Großmutter!“ rief die Kleine, „oh, nimm mich mit! Ich weiß, du bist fort, wenn das Schwefelholz ausgeht, fort, wie der warme Ofen, der herrliche Gänsebraten und der große, prachtvolle Weihnachtsbaum!“ – Und sie strich in Eile den ganzen Rest Schwefelhölzer an, die im Bund waren, sie wollte die Großmutter recht festhalten; und die Schwefelhölzer leuchteten mit einem solchen Glanz*, daß es heller war als ______ lichten* Tag (der). Großmutter war früher niemals so schön gewesen, so groß; sie hob das kleine Mädchen auf ihren Arm, und sie flogen in Glanz und Freude so hoch, so hoch! Und da war keine Kälte, kein Hunger, keine Angst – sie waren bei Gott!

Aber in der Ecke beim Haus saß ______ kalten Morgenstunde (die) das kleine Mädchen mit roten Wangen*, mit einem Lächeln um den Mund – tot, erfroren* am letzten Abend des alten Jahres. Der Neujahrsmorgen ging auf über der kleinen Leiche*, die mit Schwefelhölzern dasaß, von denen ein Bund fast abgebrannt war. Sie hat sich wärmen wollen, sagte man; niemand wußte, was sie Schönes gesehen, in welchem Glanz sie mit der alten Großmutter zur Neujahrsfreude eingegangen war!

 

*der Silversterabend | der Abend des 31.12.

* bloß (Adjektiv) | nackt, hier: ohne Haube

*freilich | natürlich

* der Pantoffel | Art von Schuh | engl. slipper

*die Wiege | Bett für Babys, das sich nach links und rechts schaukeln lässt | engl. cradle

*die Schürze | Bekleidung, die meistens zum Kochen benutzt wird | engl. apron

*das Schwefelholz | auch: Streichholz, zum Feuermachen | engl. match

*der Schilling | Währung wie zum Beispiel Euro oder Dollar

*verschüchtert (Adjektiv) | angsthabend |engl. intimidated

*die Pracht | Adjektiv: prächtig | etwas sehr Schönes | engl. magnificence, splendour

*sich zusammenkauern (trennbar, reflexiv) | sich ganz klein zusammenrollen/legen/setzen | engl. huddle up

*frieren (Verb) | wenn jemandem sehr, sehr kalt ist | engl. freeze, be cold

*die Spalte | zwischen Holzbrettern oder im Stein gibt es Spalten, das heißt ein Loch | engl. crevice, chink

* ausstrecken (trennbar) | Ich strecke meine Füße aus, das heißt ich mache sie lang, lege sie horizontal oder vertikal ab. | engl. stretch

*erlöschen (nicht trennbar) | auch: ausgehen (trennbar) | das Feuer ist weg | engl. extinguish

*dampfen (Verb) | “Rauch”/Dampf steigt auf, wie zum Beispiel bei heißem Essen oder der früheren Dampflokomotive |engl. steam

* wackeln (Verb) | von links nach rechts bewegen | engl. wiggle, wobble

*anzünden (trennbar) | ein Feuer machen |engl. light

*der Zweig | ein kleines, dünnes Stück von einem Baum, auf ihm wachsen seine Blätter | engl. twig

*die Seele | etwa in Menschen, das kein Organ ist und nicht gesehen werden kann | Menschen, die sich sehr rücksichtslos verhalten, nennt man manchmal seelenlos | engl. soul

*empor | nach oben

*der Glanz | Verb: glänzen | Adjektiv: glänzend | Licht, das reflektiert wird, hier: sehr positive Ausstrahlung | engl. shine, glory

*licht (Adjektiv) | hell

*die Wange | Körperteile links und rechts neben dem Mund im Gesicht | engl. cheek

*erfrieren (nicht trennbar) | sterben, weil es zu kalt ist | eng. freeze to death

*die Leiche | Körper eines toten Menschen | engl. corpse